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Brandschutz In Altenheimen

Stadt kontrolliert Brandschutz

Aktion in Heimen

120 Alteneinrichtungen und Kliniken werden nun genau untersucht

Die Nürnberger Bauordnungsbehörde kontrolliert zur Zeit, ob alle 120 Nürnberger Altenheime und Klinikgebäude im Brandfall sicher sind.

Die Aktion, die von der Regierung von Mittelfranken angeordnet wurde, soll verheerende Brände wie in Schleswig Holstein verhindern. Wie berichtet, sind in der Nähe von Itzehoe sechs Menschen in einem Altersheim ums Leben gekommen, 25 Bewohner wurden verletzt, nachdem ein technischer Defekt ein Feuer ausgelöst hatte.

Erstmals nach einer Zeit von 20 Jahren gibt es damit in Nürnberg wieder eine umfassende und systematische Kontrolle der Institutionen. Vom Feuerlöscher bis zur Brandschutzwand wird jede Einrichtung von Grund auf untersucht. Vorläufiges Ergebnis: Keine gravierenden Mängel, jedoch etliche Rügen wegen gefährlicher Fehler.

Altenheim Brand in Schleswig Holstein hat viele schockiert

Bauordnung prüft 120 Heime und Kliniken genau

Wenn Alarmknöpfe nicht funktionieren und Brandschutztüren mit Holzkeilen verklemmt sind – Etliche Male gab es schwere Rügen

Nach einer langen Pause von 20 Jahren wird der Brandschutz in 120 Nürnberger Altenheimen und Kliniken wieder einmal generalstabsmäßig  überprüft. Das wird jene Betroffenen beruhigen, die nach dem verheerenden Brand in einem Schleswig Holsteinischen Altenheim mit sechs Toten und 25 Verletzten nervös geworden sind.

Auch wenn die Außendienstler der Nürnberger Bauordnungsbehörde auf halber Strecke Entwarnung geben, waren doch "etliche Male" schwere Rügen wegen gefährlicher Mängel nötig. Amtsleiter Rolf Pühlhofer, der die von der Regierung von Mittelfranken angeordnete Aktion leitet: "Es geht aber auch um Holzkeile unter der offenen Brandschutztüre, um Sofas in Fluren,  die Fluchtwege versperren und Rauch  verursachen würden, und um Alarmknöpfe, die gar nicht funktionieren."

Trügerische Sicherheit

Was der Spezialist mit dem flotten Begriff System Schweizer Käse" umschreibt, ist ein trügerisches Sicherheitssystem mit gefährlichen Löchern. Zum Beispiel: Feuerschutzwände halten die Hitze nur bis zur abgehängten Decke ab. Darüber kämen die Flammen locker durch. Oder: In der Feuerwehrzufahrt wächst längst ein Baum, Schilder mit Fluchtwegen fehlen und Installationswege lassen Rauch im Falle eines Falles ungehindert eindringen.

Jährliche Aufklärung fürs Personal, freiwillige (und leider schlecht besuchte) Feuerschutz Vorträge für die 750 Bewohner der zwölf Stockwerke, regelmäßige Wartung von Türen und Feuerlöschern so wie im Wohnstift am Tiergarten handeln viele Verantwortliche zumindest nach eigenem Bekunden vorbildlich. Mehr als um Vorsicht bitten könne man nicht, gerade wenn in der staden Zeit viele Kerzlein brennen.

Sie halte sich da nicht daran, sagt eine 82 Jährige aus dem vierten Stock des Hauses an der Bingstraße offen. Weihnachten ohne Kerzen, da fehle ihr einfach was. Die Rentnerin gibt zu, an der Bushaltestelle schon umgekehrt zu sein mit der Furcht, oben sei die Kerze noch an. Fehlanzeige, lacht sie und betont, dass sie über Gefahren nicht gerne nachdenke.

Sicherheit kostet Geld. Gerade die Stadt mit den fünf Heimen des Nürnberger Stifts spürt das. Zur Zeit werde mit Regierung hart über Fördermittel für neue Feuerschutztüren verhandelt, sagt Renate Haas vom Stift. Wie sich jeder Autofahrer um sein Auto kümmern müsse, so müsse der Heimbetreiber für die Sicherheit gerade stehen, sagt Rolf Pühlhofer und weiß, da er manchen hohe Kosten aufbürden muss. Doch auch die Bauordnungsbehörde zahlt ihren Preis.

Schwarze Schafe

Feuerwehr kontrolliert - Mancher hält Auflagen für übertrieben

Noch bis Ende 2002 wird die Brandschutz Truppe unterwegs sein. Personell sei das kaum mehr zu schaffen, sagt der Chef. Immerhin schaut auch die Feuerwehr alle paar Jahre in Heimen und Stiften vorbei. Laut Berufsfeuerwehr -Chef Günter Bumiller gibt es vorbildliche Betriebe, aber auch schwarze Schafe, die Auflagen als übertriebenes Sicherheitsgetue abtun.

Der jüngste Brand in Schleswig Hollstein beweist, dass die Experten gerade mit der Warnung vor dem Zusammenspannen vieler elektrischer Geräte Recht haben: Das Feuer entstand in einem Raum, in dem unter anderem Fernseher und Lichterkette per Mehrfachsteckleiste an einem Kabel hingen.

NN-Zeitungsartikel vom 28.12.2001

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